Eltville (Rheingau), Donnerstag, 22. Mai 2008
- "Ich danke den Vätern dieser Allianz,
Herrn Pusch, Herrn Jeschke und Herrn Dr. Diehl, für ihre Initiative.
Ich danke Ihnen allen für Ihre Bereitschaft, bei der Bündelung der
Kräfte mitzuwirken. Es
ist für uns im Rheingau eine Ehre, dass dieses historische Treffen
hier stattfindet", so Landtagsabgeordnete Petra Müller-Klepper -
sozusagen bei ihrem "Heimspiel" bei der 1. Internationalen
Tagung der Allianz gegen Umweltschäden durch Schienenverkehr den
Initiatoren im Tagungslokal „Gewölbekeller der Mediathek“ in
Eltville."Es gibt viel Lärm,
aber nur eine Stille" mahnte schon Kurt Tucholsky an. Das Zitat des
Schriftstellers aus viel ruhigeren Tagen ist sozusagen der Leitfaden
schlechthin für die Bürgerinitiat iven im Kampf
gegen
Umwelt- und Gesundheitsschäden durch Schienenverkehr.
Im letzten Jahr entstand die Idee,
Kräfte zu bündeln. Zu sehr hatten regionale Bürgerinitiativen das
Rad in Hinsicht auf Wunsch oder Forderungen nach Lärmsanierungen und
besserer Lebensqualität als Einzelkämpfer neu erfinden müssen.
16 Millionen Bundesbürger (ein Fünftel der Gesamtbevölkerung
Deutschlands) sind von Gesundheitsschäden durch Schienenverkehr
bedroht. Die Folgekosten im Gesundheitsbereich für die
Volkswirtschaft werden von Experten in dreistelliger Milliardenhöhe
angesetzt.
42 Bürgerinitiativen aus mehreren europäischen Ländern suchten auch
deshalb den Zusammenschluss.
Der Eltviller Kongress war - so die anwesenden Politiker - auf jeden
Fall ein historischer Tag.
Für die anwesenden Spitzenpolitiker - siehe Tagesordnungspunkte -
war die Vorstellung der einzelnen Bürgerinitiativen sichtlich
beeindruckend. Der vielfache und vor allem jahrelange Kampf zur
Verbesserung der Situation am Lebensmittelpunkt bot viel
Gesprächsstoff. Viele
Anregungen aus dem österreichischen,
schweizerischen und den unterschiedlichsten Regionen Deutschlands
rundeten ein Bild mit enormem Kenntnisstand bzw. Hintergrundwissen
ab, das sich die Initiativen im Laufe der Jahre angeeignet hatten.
Unisono
bekräftigen alle Teilnehmer, dass sie bei ihren Bundes-, Landes- und
Kommunalpolitikern generell auf offene Ohren gestoßen waren.
Ungeachtet dessen war schnell klar, dass die Verantwortliche der
Bahn AG, des Eisenbahnbundesamtes (EBA) aber auch der Gesetzgeber
selbst den betroffenen Bürger nicht ausreichend geholfen hatten oder
helfen wollten.
Die
Initiativen schlossen nach Vorstellung, speziellen Referaten zu
verkehrstechnischen Fragen und Umweltproblemen einen
Kooperationsvertrag.
Die Geschäftsstelle der neuen Allianz ist in Duisburg, Sprecher der
Allianz wurde der Duisburger Harald Jeschke.
- Grußwort
Petra Müller Klepper, MdL
- Grußwort
Patrick Kunkel, Bürgermeister der Stadt Eltville am Rhein (Foto)
-

-
Kurzvorstellung Frank Gross, Lions-Club Oberwesel und
Mitinitiator “Pro Rheintal”
(links)
- Vorstellung
der einzelnen Initiativen
-
Projektpräsentation „Schienenverkehrsbedingte Erschütterungen
“Dipl. –Ing. Gerhard Heller
(links)
-
Koordination und strategische
Neuausrichtung – Kooperationsvereinbarung
- Kooperationspartner
- Kooperationsziele
/ Forderungen an Politik und/oder Bahn
- Zentrale Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
- Gemeinsame Auftritte bei Kongressen und Verkehrsgipfeln
- Vertretung / Beschlussfassung
Klaus-Peter Willsch MdB zur 1. Internationalen Tagung der
Allianz gegen Umweltschäden durch Schienenverkehr —
AGUS vom 22. bis 23. Mai 2008 in Eltville am Rhein
Ich
freue mich, an dieser Premierenveranstaltung teilnehmen zu können.
Seit meiner Wahl in den Deutschen Bundestag 1998 versuche ich dazu
beizutragen, die Lärmbelastung der Anwohner von
Schienenverkehrswegen zu reduzieren. Unzählige Gespräche mit
Entscheidungsträgern der Deutschen Bahn und des
Verkehrsministeriums, vielfache Briefwechsel, Ortstermine und
Thematisierung des Problems im Haushaltsausschuss des Deutschen
Bundestages, um die Mittel für den Lärmschutz deutlich zu erhöhen,
sind eine Kurzzusammenfassung meiner Aktivitäten in den letzten
Jahren.
Die Lärmbelästigung durch den Schienenverkehr ist für die
betroffenen Anwohner ein ungemein drängendes Problem. Unter anderem
die Bewohner des Mittelrheintals leiden unter dem immer weiter
zunehmenden Schienenverkehr. Prekär ist an dieser Situation vor
allem, dass es ja eigentlich dem Willen der Politik aber auch der
Umweltschutzverbände entspricht, mehr Verkehr auf die Schiene zu
verlagern. Bei diesem verständlichen Wunsch ist jedoch das Schutzgut
Mensch zu lange unbeachtet geblieben.
Die Ergebnisse diverser Lärmmessungen, zuletzt der des
Zweckverbandes Oberes Mitte aus dem vergangenen Jahr, belegen
eindeutig die massiven Belastungen, unter denen die Bahnanlieger im
Rheintal zu leiden haben. Mehrere hundert Züge fahren täglich durch
die Städte und Gemeinden und verursachen Lärmpegel bis zu 108
Dezibel.
Gerne würden wir heute hier über bereits heute erreichte spürbare
Entlastungen sprechen. Die Lösung des Problems ist jedoch leider
nicht so einfach zu erreichen, wie gewünscht. Wir können nicht von
heute auf morgen den Schienenverkehr aus dem Mitte verbannen. Ebenso
wenig kann innerhalb kurzer Zeit eine Ersatztrasse für den
Güterverkehr errichtet werden. Sie wissen alle um die leider sehr
langen Planungszeiten großer Verkehrsprojekte. Den finanziellen
Aspekt einer Alternativtrasse lasse ich an dieser Stelle außen vor.
Das zusammengewachsene Europa bringt weitere Schwierigkeiten mit
sich, um zügig zu schnellen Lösungen zu kommen. Selbst wenn die
Deutsche Bahn AG bzw. ihre Frachttochter Schenker alle Güterwaggons
mit leiser Technik ausrüsten würde, wäre dies nur ein Teil der
Lösung.
Der Güterschienenverkehr ist in Europa vollständig liberalisiert,
weshalb nationale Alleingänge nicht mehr funktionieren.
Es hilft aber nichts, die bestehende Situation nur zu kritisieren.
Es müssen konkrete Lösungsansätze und mögliche Wege einer
Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten gefunden werden. Weil ich
überzeugt bin, dass das Problem Bahnlärm an der Quelle bekämpft
werden muss, habe ich mich beispielsweise für die Umrüstung der
Güterwaggons auf moderne, leisere Technik (Stichwort „K-Sohle“ oder
„LL-Bremssohle“) oder die Nutzung so genannter „Schwingungsabsorber“
an Schienen beziehungsweise Waggonrädern stark gemacht. Auch die
Einführung lärmabhängiger Trassenentgelte für den Gütertransport auf
der Schiene halte ich für eine sinnvolle Maßnahme. Dass diese
Aspekte von Seiten der Deutschen Bahn aufgegriffen wurden und
teilweise bereits im Rahmen verschiedener Pilotprojekte erprobt
werden, ist ein erster und wichtiger Schritt in die richtige
Richtung.
Ohne hohen finanziellen Einsatz wird sich das Problem der
Lärmbelastung jedoch nicht abstellen lassen. Durch meine
Mitgliedschaft im Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages sitze
ich hier sozusagen an der Quelle.
Über einen besonders bedeutsamen Erfolg meiner Bemühungen konnte ich
mich im vergangenen November freuen: Nach langen Verhandlungen haben
meine Kollegen im Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages und
ich im Rahmen der Bereinigungssitzung zum Bundeshaushalt 2008 eine
Einigung über die Verwendung der Mittel zur Lärmsanierung an
bestehenden Schienenwegen der Eisenbahnen des Bundes erzielt. Im
Haushalt 2007 hatten wir die Mittel für die Lärmsanierung bereits um
24 Millionen Euro auf insgesamt 100 Millionen Euro erhöht, es war
jedoch noch nicht geklärt, für welche Zwecke diese Mittel verwendet
werden dürfen.
In der Ausschusssitzung im November erfolgte nun der
Beschluss, dass bis zu zehn Millionen Euro des Lärmminderungstitels
für ein Pilot- und Innovationsprogramm zur Iärmmindernden Umrüstung
bestehender Güterwagen verwendet werden dürfen. Noch in der Nacht
dieser Einigung habe ich mich schriftlich bei Hartmut Mehdorn dafür
eingesetzt, dass das Rheintal im Fokus der Bemühungen der Deutschen
Bahn zur Lärmminderung steht und der Pilotversuch auf der
Rheinstrecke stattfindet. Diesem Anliegen habe ich zudem in
persönlichen Gesprächen mit dem Vorstandsvorsitzenden der Railion
AG, Dr. Klaus Kremper, Nachdruck verliehen.
Es freut mich sehr, dass mein Einsatz in der Angelegenheit zu einer
positiven Entwicklung beigetragen hat: Mittlerweile liegen die
Ergebnisse einer interministeriellen Arbeitsgruppe vor, die zur
Klärung offener Fragen im Zusammenhang mit dem Bundesprogramm
Lärmsanierung Schiene eingesetzt worden war. Diese empfiehlt ein
Pilot- und Innovationsprogramm, das mit einem Maßnahmenpaket zu
einer deutlichen Reduktion des Schienenlärms in Deutschland
beitragen soll.
Vorgesehen ist unter anderem ein Pilotprojekt mit
dem Titel „Leiser Rhein“, bei dem durch gezielten Einsatz leiser
Wagen auf einem ausgewählten hoch belasteten Korridor Erkenntnisse
über Anforderungen und Besonderheiten neuer Technik gesammelt werden
sollen. Die Informationen sollen dazu beitragen, dass künftige
Umrüstungen mit möglichst geringem administrativem und technischem
Aufwand durchgeführt werden können.
Zudem sollen weitere
ordnungsrechtliche Maßnahmen, insbesondere ein emissionsabhängiges
Trassenpreissystem, vorbereitet werden. Das von der Arbeitsgruppe
außerdem vorgeschlagene Innovationsprogramm zielt auf die weitere
Verbesserung und Verfügbarkeit von lärmmindernden Umrüstlösungen für
klotzgebremste Güterwagen, sowohl für die so genannten K- als auch
die LL-Sohlen. Für die weitere Steuerung des Pilot und
lnnovationsprogramms werden in einem Zeitraum von vier Jahren bis zu
40 Millionen Euro bereitgestellt werden. Ich bin überzeugt, dass die
Umsetzung der vorgelegten Empfehlungen zu einer spürbaren
Entspannung für die Anwohner führen wird.
Zum Abschluss noch eine Bemerkung. Ich bin überzeugt, dass wir
schnell eine spürbare Entspannung für die Anlieger erreichen können,
wenn alle Beteiligten in dieser Angelegenheit an einem Strang
ziehen. Mit der Deutschen Bahn AG stehe ich weiterhin in
regelmäßigem Kontakt und werde weiterhin darauf drängen, möglichst
schnell zu praktikablen Lösungen zu kommen, die die unerträgliche
Situation im Rheintal beenden.
Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Tagung mit guten Ergebnissen und
stehe Ihnen selbstverständlich weiterhin zum Dialog zur Verfügung.
Landtagsabgeordnete Petra Müller-Klepper bei der 1.
Internationalen
Tagung der Allianz gegen Umweltschäden durch Schienenverkehr am 22.
Mai 2008 in Eltville
Im
Lärm unserer Zeit gehen oft die Hilfeschreie der Menschen unter, hat
der Schweizer Schriftsteller Martin Mächler gesagt. Sie, die
Bürgerinitiativen und Interessengemeinschaften, und wir als
politische Vertreter der betroffenen Regionen, sorgen dafür, dass
die Hilfeschreie, der Protest der Bahnanlieger im Rheintal gegen die
Lärmbelastung durch den Güterverkehr auf der Schiene nicht
untergehen, sondern verstärkt, in Forderungen und öffentlichen Druck
umgewandelt werden. Damit Abhilfe geschaffen wird.
Nicht die Tatsache, dass wir eine Schienentrasse rechts und links
des Rheins haben, die uns mit den benachbarten Ortschaften und den
größeren Zentren verbindet, ist das Problem. Sondern die
Ausgestaltung, das Ausmaß der derzeitigen Nutzung und die Nutzung,
die für die Zukunft geplant wird. Was die Anlieger der Bahn im
Rheintal Tag für Tag an Lännbelastung verkraften müssen, ist nicht
mehr hinnehrnbar.
Es besteht dringender Handlungsbedarf für kurz-, mittel- und
langfristige Maßnahmen, wenn unsere einzigartige Kulturlandschaft
eine Zukunft haben soll. Warum ist es am Rhein so schön? Auf diese
Frage sollen auch die nachfolgenden Generationen noch eine zufrieden
stellende Antwort geben können.
Mag sein, dass die zunehmende Verlagerung auf die Schiene die
Umweltbelastung durch den Güterverkehr reduziert und die Bilanz der
Deutschen Bahn AG verbessert.
Doch wie hoch ist der
volkswirtschaftliche Schaden, der in diesem wunderschönen Teil
Deutschlands dadurch angerichtet wird? Der Wertverlust der
Immobilien, die Verödung der Ortskerne, die Schäden, die durch die
Erschütterungen an den Häusern verursacht werden? Die Einbußen in
der Tourismusbranche? Die gesundheitlichen Schäden, die bei den
Anliegen durch diese Dauerbelastung entstehen?
All diese Negativfolgen finden keine Berücksichtigung. Stattdessen
wird eine weitere Steigerung der Gütertransporte um 40 bis 60
Prozent in den nächsten Jahren geplant. Das bedeutet Güterzüge non
Stopp durch das Rheintal.
Wo bleibt da noch Luft für den Personenverkehr? Da werden auch noch
so viele Schallschutzmaßnahmen passiver oder aktiver Art wie
Fenster, Wände, die K-Sohle oder besohlte Schwellen nicht
ausreichen, damit unter dem Strich weniger Lärm erduldet werden
muss. Hier bei uns am Rhein darf aus Gründen des Vogelschutzes kein
Strandbad eingerichtet werden. Aber die Zahl der Güterzüge darf
massiv erhöht werden, ohne dass auf die Menschen Rücksicht genommen
wird, die an der Bahnstrecke leben. Hier stimmen die Maßstäbe nicht
mehr.
Wir brauchen nicht mehr, sondern weniger Güterzüge im dicht
besiedelten Rheintal, den Einsatz von modernem Zugmaterial und
modernster Technologie parallel zu den passiven
Schallschutzmaßnahmen sowie eine lärmabhängige
Streckenbenutzungsgebühr. Nur dann wird der Lärmpegel sinken. Wir
haben Unterschriften dafür gesammelt, wir haben die Problematik in
die Gemeindeparlamente gebracht und die Gründung des Rheingau-Bundes
gegen Bahnlärm initiiert, eine interkommunale Initiative, die alle
Gemeinden, den Kreis, Parteien und Fraktionen eint, was in dieser
Form bisher noch nicht gelungen war.
Wir haben ein Modernisierungsprogramm erarbeitet, das Perspektiven
für die Bahn im Rheingau aufzeigt.
Wir setzen auf ein attraktives
Angebot der Personenbeförderung im Nah-und Fernverkehr durch bessere
Vertaktung und Anbindung, mehr Haltepunkte bis hin zu einer
S-Bahn-Verbindung, wir wollen die Bahnhöfe sowie deren Umfeld zu
freundlichen Stätten der Begegnung machen. Das ist der Weg um die
Akzeptanz dieses Verkehrsträgers zu erhalten.
Über Appelle und Lippenbekenntnisse sind wir längst hinaus. Es ist
schon viel erreicht worden, weil die Verantwortlichen der Region an
einem Strang ziehen und auf allen Ebenen aktiv sind. Durch Protest,
der Forderung nach mehr Lärmschutz, durch Aktionen machen wir
kontinuierlich Druck — öffentlich und hinter den Kulissen.
Das Land steht uns hier zur Seite, ist ein verlässlicher und
tatkräftiger Partner. Die Landesregierung nutzt ihren Einfluss auf
Bundesebene. Das neue Programm zur Umrüstung von Güterwagen auf die
Flüsterbremse, bei dem das Rheintal unter dem Titel „Leiser Rhein“
Pilotstrecke wird, ist ein Ergebnis.
Doch bei allen Bemühungen dürfen wir den Bürgerinnen und Bürgern und
uns selbst keinen Sand in die Augen streuen.
Die Steigerung, die
Verdichtung des Güterschienenverkehrs im Rheintal, die alle
Prognosen eindeutig ausweisen, wird die Entlastung wieder zunichte
machen bzw. erst gar nicht eintreten lassen. Die Bahnanlieger, der
Tourismus, die Kulturlandschaft können eine derartige Zunahme des
Güterverkehrs auf der Schiene nicht verkraften. Bereits jetzt ist
auf der rechts- und linksrheinischen Bahnstrecke durch das Rheintal
das Segment der internationalen Transitverkehre überdurchschnittlich
vertreten, sind die Anlieger einer massiven Belastung durch Lärm und
Erschütterungen ausgesetzt. Wir brauchen eine grundlegende Lösung.
Als Option kommt nur eine Alternativstrecke in Frage, auf die der
Güterverkehr verlagert wird.
Hierfür müssen jetzt die Weichen gestellt werden. Lassen Sie uns
gemeinsam dafür kämpfen. Der Hessische Verkehrsminister Dr. Rhiel
steht hier an unserer Seite. Er wirbt für eine Neubaustrecke und
deren Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan. Bahnchef Mehdorn hat
Ja zum Vorschlag von Dr. Rhiel gesagt, dass eine
Korridoruntersuchung durchgeführt werden soll. Weniger zufrieden
stellend ist die Reaktion des Bundesverkehrsministers. Er plädiert
dafür, diese Untersuchung erst durchzuführen, wenn Engpässe
aufgetreten sind. E
s ist angesichts der sehr langen
Realisierungszeiträume für neue Schienenwege nicht vertretbar, das
tatsächliche Eintreten von Kapazitätsproblemen als Voraussetzung für
Untersuchungen im Korridor abzuwarten und erst zu handeln, wenn das
Kind schon im Brunnen liegt.
Gemeinsam sind wir stark. Wir bewegen etwas, wenn eine gesamte
Region aufsteht. Das haben die Aktivitäten der jüngsten
Vergangenheit gezeigt.
Diese müssen wir, diese wollen wir und diese
werden wir fortsetzen. Und wir werden ihr eine neue Qualität, eine
neue Dimension ab heute verleihen, durch dieses Treffen, die 1.
Internationale Tagung der Allianz gegen Umweltschäden durch
Schienenverkehr. Indem wir regionen- und länderübergreifend ein
Bündnis von großer Strahlkraft eingehen und durch koordiniertes
Arbeiten noch effektiver für unsere gemeinsame Sache eintreten und
streiten.
Gemäß dem Dreisprung, den Henry Ford beschrieben hat:
Zusammenkunft ist ein Anfang — Zusammenhalt ist ein Fortschritt —
Zusammenarbeit ist der Erfolg.
Ich danke den Vätern dieser Allianz, Herrn Pusch, Herrn Jeschke und
Herrn Dr. Diehl, für ihre Initiative. Ich danke Ihnen allen für Ihre
Bereitschaft, bei der Bündelung der Kräfte mitzuwirken. Es ist für
uns im Rheingau eine Ehre, dass dieses historische Treffen hier
stattfindet. |