AGUS - Alliance gegen Umweltschäden durch Schienenverkehr

Archiv Aktuelles Mai - August 2009     Home  

 

Eisenbahngüterverkehr sinkt im ersten Halbjahr 2009 um 22,4%

Duisburg, 31. August 2009 -Auf dem deutschen Schienennetz wurden im ersten Halbjahr 2009 147,3 Millionen Tonnen Güter transportiert. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, bedeutet dies im Vergleich zum ersten Halbjahr 2008 einen Rückgang von 42,5 Millionen Tonnen (- 22,4%); das war der größte Volumeneinbruch seit Beginn der Statistik im Jahr 1950. Die Beförderungsleistung in Tonnenkilometern ging im ersten Halbjahr 2009 um 22,8% gegenüber dem ersten Halbjahr 2008 zurück. Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf die Transportnachfrage im Eisenbahngüterverkehr zeigen sich seit November 2008; in den Monaten November und Dezember 2008 verringerte sich die Transportnachfrage gegenüber dem jeweiligen Vorjahresmonat um 2,3%. Im ersten Halbjahr 2009 verstärkten sich die entsprechenden Rückgänge mit Werten zwischen - 14,8% (März) und - 31,2% (April) deutlich.
Im ersten Halbjahr 2009 insgesamt kam es im Vergleich zum Vorjahr in allen vier Hauptverkehrsbeziehungen zu erheblichen Rückgängen: Beförderungen im grenzüberschreitenden Versand (- 30,5%) und Empfang (- 29,7%) sind besonders stark zurückgegangen. Auch der Durchgangsverkehr durch Deutschland verringerte sich mit - 29,4% um fast ein Drittel. Die Abnahmen im Binnenverkehr waren mit - 17,8% etwas schwächer. Containertransporte zeigten mit einem Transportvolumen von 26,9 Millionen Tonnen im ersten Halbjahr 2009 ebenfalls starke Einbrüche im Vergleich zum Vorjahr (- 21,2%). Das auf der Basis der Zwanzig-Fuß-Einheiten gemessene Transportvolumen sank um 19,3% auf rund 2,5 Millionen TEU und lag damit nur noch leicht über dem Niveau von vor drei Jahren (1. Halbjahr 2006: 2,3 Millionen TEU).
Nahezu alle Güterarten verzeichneten zweistellige Rückgänge im ersten Halbjahr 2009: Den stärksten Einbruch wiesen Eisen und Nichteisen-Metalle auf, die mit einem Verlust von 15,2 Millionen Tonnen (- 44,1% gegenüber den ersten sechs Monaten 2008) nahezu ein Drittel des Gesamtrückgangs für alle Güterarten verursachten. Eine ähnliche Entwicklung zeigten auch Erze und Metallabfälle mit - 40,1%. Lediglich Mineralölerzeugnisse (+ 4,8%) und landwirtschaftliche Erzeugnisse (+ 23,1%) konnten ihr Transportvolumen steigern. Die durchschnittliche Transportweite ging für den Gesamtverkehr um 0,5% auf 313,2 Kilometer zurück, für Container stieg sie um 0,9% auf 501,5 Kilometer.

Viareggio betrifft uns alle

Gasexplosion von Bahn-Güterwagen im Bahnhof von Viareggio / Italien mit Toten und Verletzten in der Nacht zum Dienstag, den 30. Juni 2009

Duisburg, 1. Juli 2009 - In der Nacht zum  Dienstag,  den 30. Juni 2009, explodierten  in dem toskanischen Urlaubsort  Viareggio  ein oder mehrere Flüssiggas-Güterwagen der Eisenbahn. Weitere 13 Gasbehälter mit jeweils 30 Kubikmeter Flüssiggas wurden auf den Schienen verstreut.  Medienberichten zufolge starben bei der Gasexplosion mindesten 16 Menschen. Weitere 36 Menschen erlitten schwere Verletzungen. Wohnhäuser stürzten ein, Autos und Motorroller verbrannten. Es  entstanden Sachschäden in noch nicht zu beziffernder Höhe.

Nach Expertenmeinung  sei  die Ursache des Unfalles in der gebrochenen Vorderachse eines Flüssiggas-Güterwagens zu suchen.  Er sei nach dem Achsbruch entgleist, Flüssiggas  sei ausgetreten, habe sich in Kontakt mit der Luft in eine Gaswolke verwandelt,  was  schließlich die gewaltige Explosion verursacht haben könnte.

13 der Kesselwagen des Unglückszuges sollen der deutschen Bahn gehören, einer der polnischen Bahngesellschaft PKP.   

Tausende solcher  Kesselwagen rollen  auf maroden,  rostigen Achsen auf den Schienen in ganz Europa durch dicht besiedelte  Wohnquartiere.  So auch durch das Ruhrgebiet oder das enge Rheintal.  Die Bahn und das Bundesverkehrsministerium wissen das. Sie nehmen billigend in Kauf, dass sich solche Unfälle ereignen bei denen  Menschen zu Tode kommen,  schwer verletzt werden und Sachschäden in Millionenhöhe entstehen.

AGUS fordert die gewählten Volksvertreter auf,  bei   Bahn und Bundesverkehrsministerium folgende Maßnahmen zu veranlassen:

1.     Öffentlichmachung  der Anzahl  der  Waggons, die Gefahrgut transportieren und noch nicht mit neuen Achsen ausgestattet sind.

2.     Öffentlichmachung, welche Gefahrgüter, wie oft durch Ballungszentren oder durch die Ortschaften im engen Rheintal  rollen.

3.     Offenlegung der Sicherheitsmaßnahmen im Fall eines Gefahrgut-Unfalles analog Viareggio oder  eines vergleichbaren Gefahrenspotenzials; hier insbesondere die Anzahl der möglichen  Einsatzkräfte, deren Ausrüstung und Ausbildung  sowie die Anfahrt- und Aufstellmöglichkeiten von Einsatzfahrzeugen am Unfallort (Schiene).

4.     Bis zur endgültigen Klärung der Unfallursache in Viareggio  den Einsatz  entsprechender Kesselwagen allgemein und insbesondere  im Rheintal zu verbieten.

5.     Später,  bis zur Öffnung einer Alternativtrasse  den Transport von Gefahrgut durch bewohntes Gebiet mit strengen Auflagen zu versehen (u .a. ggf. 30 km/h durch Ortschaften).

6.     Die Umrüstung aller Güterwagen auf sichere Achsen und leise  Bremssysteme zu betreiben. Die Mittel  dazu sind bereits seit 2007 vom Bund bewilligt. 

Da bei dem Unfall in Viareggio auch deutsche Wagen beteiligt waren, sollte ebenfalls bei der deutschen Staatsanwaltschaft aus allen rechtlichen Gründen  ein Ermittlungsverfahren  gegen unbekannt angeregt werden.

1,565 Kilometer Lärmsanierung in Neudorf

Duisburg-Neudorf, 1. Juli 2009 - Pünktlich zum sechsjährigen Bestehen des Bürgervereins Neudorf am 8. Juli 2009 gab es gute Nachrichten, auch wenn es bis zur Durchführung noch gut zwei Jahre dauern wird: Die Lärmsanierung Neudorfs ist beschlossen.
Einer der Gründe zur Gründung des Bürgervereins war die unglaublich gestiegene Zahl der Güterzüge. Dafür wurde auch im Mai 2008 die erste internationale Umweltallianz AGUS (Allianz gegen Umweltschäden durch Schienenverkehr) im Rheingau gegründet, die Bürgervereinsvorsitzenden Harald Jeschke die Sprecherfunktion für rund 300 000 Bundesbürger einbrachte.

Nach den Informationen aus dem Büro der Duisburger SPD-Bundestagsabgeordneten Petra Weis bestätigte nun auch das Büro des Bahn-NRW-Konzernchefs Reiner Latzsch die umfangreichen Maßnahmen, deren Umsetzung Ende 2011 ansteht. "Nach Bissingheim folgt die Lärmsanierung in Neudorf innerhalb des Duisburger Stadtgebietes", bestätigte Pressesprecher Kampschulte.

Im Oktober 2003, nach heftigem Intervenieren des Bürgervereins beim damaligen Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe und Bundeskanzler Gerhard Schröder auf Gleichbehandlung, wurde die Güterzugstrecke entlang der Lotharstraße auf die Liste der zu sanierenden Güterzugstrecken Deutschlands aufgenommen.
Ostern 2007 konnte nach umfangreichem Schriftverkehr mit allen Ministerien und auch unter Einbeziehung des Bundespräsidenten auch die Güterzugstrecke an der die Gemeinschaftsgrundschule an der Mozartschule zusätzlich und nachträglich in die bundesweite Lärmsanierungsmaßnahme aufgenommen werden.
Die Untersuchungen der Gutachter und Ingenieure dauerten lang, die Prüfung des Eisenbahnbundesamtes sowie der Finanzmittel des Millionenprojektes war erst in diesem Jahr abgeschlossen.
Nun werden aktive wie auch passive Maßnahmen entlang der Mozartschulenstrecke (2326), entlang des Kammerberges unter Einbeziehung des Geländes von TuRa 88 Duisburg bis hin zur Waldstraße an der Straußsiedlung Maßnahmen in der Länge von 1,225 Kilometer erfolgen. Entlang der Strecke 2321 wird es 240 Meter Länge auf der Ostseite zur Alten Lotharstraße und auf der Westseite 100 Meter Lärmschutzwand geben.
In diesem Bereich wird es nach der farblich und künstlerisch aufgepeppten Unterführung noch dank des Etats des Försters Stephan Jeschke, der Straßenfestgemeinschaft Waldhorn- Steinbruchstraße, des Bürgervereins sowie des Unternehmers Kuske für rund 7000 Euro Verschönerung durch Sträucher und Blumen geben. Um eine Barrierefreiheit der Unterführung bemühen sich Stadt und Bürgerverein.

Fernsehbeitrag des SWR zum Thema Bahnlärm

http://www.swr.de/landesschau-bw/-/id=122182/did=4772312/pv=video/gp1=4931430/nid=122182/pbme0w/index.html
Leonberg/Duisburg, Juni 2009 -Zu sehen und zu hören war etwas über die Situation in Leonberg und in Offenburg. Der Beitrag wurde am Mittwoch, 3.6.09 gesendet.

Schienengüterverkehr
Wiesbaden/Duisburg, 9. Juli 2009 - Von 1996 bis 2007 stieg der Schienengüterverkehr von 70 Mrd.tkm auf 115 Mrd.tkm: In Zukunft wird dieser - trotzt derzeitiger "Delle" im gesamten Logistikbereich noch weiter wachsen. 

Bahncontainer 2008: Ein Zug so lang wie das gesamte Schienennetz
Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, wurden von den Bahnen im Jahr 2008 auf dem deutschen Schienennetz 4,2 Millionen Container und Wechselbehälter transportiert.
Das sind 6 023 000 TEU (Twenty Foot Equivalent Unit); ein TEU entspricht der Länge von 6,15 Metern. Werden Containerlänge und TEU-Ergebnis miteinander verknüpft, ergibt sich ein "aneinandergereihter
Containerzug" von 37 000 Kilometern.
Da die Eisenbahnstreckenlänge in Deutschland derzeit 37 800 Kilometer umfasst, würde dieser Containerzug nahezu das gesamte deutsche Eisenbahnschienennetz abdecken.

EU erwartet bis 2025 80 bis 100 Prozent Steigerung der Verkehre
Auf einer Informationsveranstaltung des Bürgervereins Duisburg-Neudorf erklärte Dr. Renate Sommer, Mitglied des EU-Verkehrsausschusses, dass die EU bis 2025 eine 80- bis 100-prozentige Steigerungsrate der Verkehre insgesamt erwarte. Bis vor gut einem Jahr galt die Prognose von 60 Prozent der Steigerungsrate bis 2030.

Zusätzlich 100 Millionen Euro für Lärmschutzmaßnahmen
aus Konjunkturprogrammen des Bundes

Pressemiteilung DB AG
Innovative Techniken an der Schieneninfrastruktur im Bahn-Praxistest .
Bis 2011 insgesamt 400 Millionen Euro für Lärmschutz

Duisburg, 13. Juli 2009 - m Rahmen der Konjunkturprogramme des Bundes fließen bis 2011 zusätzlich rund 100 Millionen Euro in Maßnahmen des Lärm und Erschütterungsschutzes an Schienenwegen.
Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee: "Um den Bahnlärm zu reduzieren haben wir völlig neue und noch effizientere Maßnahmen entwickelt, die jetzt bundesweit umgesetzt werden. Mit Schienendämpfern, niedrigen Schallschutzwänden und weiteren Maßnahmen direkt am Gleis rücken wir Lärm und Erschütterungen an Bahnstrecken zuleibe. In meinem Haushalt haben wir die Mittel für den Lärmschutz bereits auf 100 Millionen Euro stark erhöht. Mit noch einmal 100 Millionen Euro aus den Konjunkturprogrammen steigen die Investitionen in diesem Jahr auf Rekordhöhe."
"Die Reduzierung des Schienenlärms in NRW liegt uns seit langem am Herzen", betont Reiner Latsch, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für das Land NRW. "In den vergangenen Jahren haben wir bereits zahlreiche Maßnahmen vor Ort realisiert. Wir freuen uns, dass wir die bereitgestellten Bundesmittel nun auch für die Erprobung innovativer Technologien nutzen können - hier in NRW beispielsweise in Bonn und Duisburg-Ruhrort Hafen."
Die Bahn testet neue Maßnahmen, die den Schall unmittelbar der Quelle absorbieren und die Übertragung von Erschütterungen dämpfen. Dazu zählen Schienenstegbedämpfer, verschäumte Schottergleise und niedrige Schallschutzwände aus Gabionen, aber auch präventive Behandlungen der
Schienenoberfläche, Brückenabsorber, Unterschottermatten, besohlte Schwellen oder die so genannte automatische Schienenschmierung.
Lärmschutzmaßnahmen und Einbauorte wurden vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) bestimmt. In Betracht gezogen wurden hochfrequentierte Strecken mit hoher Lärmbelästigung und die Möglichkeit der schnellen Realisierung.
Mit den Maßnahmen aus dem Konjunkturprogramm werden die laufenden Aktivitäten von Bahn und Bund zur Reduzierung des Lärms an Schienenwegen ergänzt. Der Bund stellt - unabhängig vom Konjunkturprogramm - pro Jahr 100 Millionen Euro für die Lärmsanierung zur Verfügung.

Lärmschutz - Konjunkturprogramme des Bundes 2009 - 2011
Dateiformat: PDF Dateigröße: 1,14 MB
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Maßnahmenliste "Konjunkturprogramm Lärmschutz" Dateiformat: PDF Dateigröße: 0,09 MB
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Themendienst "Konjunkturprogramm Lärmschutz" Dateiformat: PDF Dateigröße: 0,06 MB
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Tiefensee: 517 Millionen Euro für Schienenstrecken aus Konjunkturpaketen

Aufteilung der Mittel steht fest
Berlin/Duisburg, 30. Juli 2009 - Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee hat die Aufteilung der Konjunkturpaket-Mittel für einzelne Schienenprojekte bekanntgegeben.
Tiefensee: "Insgesamt können wir achtzehn wichtige Schienenverbindungen und Terminals schneller modernisieren oder ausbauen. Das ist ein großer Schub für den umweltfreundlichen Bahnverkehr in Deutschland. An vielen Strecken wird bereits gearbeitet, jetzt können noch mehr Bagger rollen. Dazu werden wir die Planungen für wichtige Verbindungen vorantreiben. Mit 517 Millionen Euro aus den Konjunkturpaketen beseitigen wir eine ganze Reihe von Engpässen im deutschen Schienennetz."

Die größten Summen werden für den bereits begonnenen Neu- und Ausbau der Strecke Halle/Leipzig-Erfurt-Nürnberg (insgesamt 123 Millionen Euro) und den Ausbau der Verbindung Berlin-Cottbus auf Tempo 160 km/h verwendet (130 Millionen Euro).
Neu aufgenommen in die Projektliste wurde der Nordkopf Mainz im Zuge der Ausbaustrecke Mainz-Mannheim (10 Millionen Euro) und der Abschnitt Weinböhla-Radebeul West (Leipzig - Dresden, Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nummer 9), der nun aus Mitteln des ersten Konjunkturpakets komplett finanziert ist (34 Millionen Euro).
Dazu kommen neue Gleise für zwei Abschnitte zwischen Berlin und Dresden (12 Millionen Euro). Neu sind auch Mittel für die Franken-Sachsen-Magistrale (Abschnitt Hohenstein-Ernstthal - St. Egidien westlich von Chemnitz; 10 Millionen Euro).

Minister Tiefensee: "Ingesamt fließen gut 1,3 Milliarden Euro aus den Konjunkturpaketen der Bundesregierung in den Schienenverkehr. Davon profitieren in erster Linie die Bahnkunden und die Unternehmen, die ihre Waren auf der Schiene transportieren. Die Investitionen nützen aber auch der regionalen Wirtschaft und sichern Arbeitsplätze.
Neben den Strecken und Terminals investieren wir in schönere Bahnhöfe (300 Millionen Euro), fördern das hochmoderne Sicherungs- und Leitsystem ETCS (200 Millionen Euro), um die Auslastung der Korridore zu erhöhen und dringen beim Lärmschutz in eine neue Dimension vor (100 Millionen Euro). Dazu investieren wir 200 Millionen Euro in Regionalnetze, Bahnanlagen und andere innovative Techniken. Wir wollen mehr Personenverkehr und Güter auf die Schiene verlagern - weg von der Straße. Diesem Ziel kommen wir mit den Investitionen aus den Konjunkturpaketen näher."
Alle Investitionen müssen bis Ende 2011 erfolgen. Danach ist eine Fertigstellung aus Mitteln des regulären Bundeshaushaltes gewährleist

517 Millionen Euro für Schienenstrecken aus Konjunkturpaketen:
Liste mit den bundesweiten Projekten50 KB

Erstes Mahnfeuer gegen Bahnlärm

Duisburg, 22. Juli 2009 - Die BI-Bahn Kenzingen Herbolzheim lädt ein zum ersten Mahnfeuer gegen
den Bahnlärm am 24.7.09 um 20,30 Uhr. Das Feuer soll Schule machen und an vielen anderen "Brandherden" entlang der alten oder neu geplanten Bahnstrecke weitere Mahnfeuer entzündet werden.  Dieses Mahnmal soll wöchentlich die Politiker an Bahnlärm, Gefahrguttransporte udn Erschütterungen erinnern.

Eisenbahnbundesamt prüft Instandhaltung von Güterwagenradsatzwellen

Duisburg, 17. Juli 2009 - Aufgrund mehrerer gefährlicher Ereignisse (zuletzt in Viareggio am 29.06.2009), die auf Brüche von Radsatzwellen zurückzuführen sind, beabsichtigt das Eisenbahn-Bundesamt ergänzend zur Allgemeinverfügung vom 10.07.2007 (Az. Pr.3526-35Xbg) eine aufsichtliche Maßnahme zur Gewährleistung der Sicherheit zu erlassen. Anhörung GW-Radsatzwellen (pdf/26-KB)

Gütertransport 2007: Jede 12. transportierte Tonne war Gefahrgut

Duisburg, 16. Juli 2009 - Im Jahr 2007 sind insgesamt 352 Millionen Tonnen Gefahrgüter in Deutschland mit Lastkraftwagen, Eisenbahnen und Schiffen befördert worden. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, war damit rund jede 12. Tonne (8,5%) der gesamten Gütermenge auf Straßen, Schienen und Wasserwegen Gefahrgut.
Den höchsten Gefahrgutanteil wies mit 23,8% die Seeschifffahrt auf. Hier wurden 2007 73,9 Millionen Tonnen Gefahrgüter transportiert. Das liegt vor allem an den großen Mengen Rohöl, die nach Deutschland importiert werden. Einen hohen Gefahrgutanteil hatte auch die Binnenschifffahrt mit 20,7% beziehungsweise 51,4 Millionen Tonnen. Die Eisenbahn beförderte 57,4 Millionen Tonnen Gefahrgut; das waren 15,9% ihrer Gesamttransporte.
Am niedrigsten lag der Gefahrgutanteil mit 5,2% bei Lkw-Transporten. Da allerdings auf der Straße die weitaus meisten Güter befördert werden, war die absolute Zahl der Gefahrguttransporte mit 168,9 Millionen Tonnen hier wesentlich höher als bei den anderen Verkehrsträgern.
Die Beförderung von Gefahrgütern mit Lastkraftwagen, Eisenbahnen und Schiffen blieb im Jahr 2007 gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert.
Trotz der Konstanz der gesamten Gefahrguttransporte gab es unterschiedliche Entwicklungen bei den einzelnen Verkehrsträgern. Gestiegen sind die Gefahrguttransporte auf der Straße (+ 1,1%) und in der Binnenschifffahrt (+ 0,7%), Rückgänge der Gefahrguttransporte waren bei der Eisenbahn (- 0,8%) und vor allem im Seeverkehr (- 2,4%) zu verzeichnen.

Gefahrguttransporte bestehen überwiegend aus entzündbaren flüssigen Stoffen wie Rohöl, Benzin, Dieselkraftstoff und Heizöl (Gefahrklasse 3). Insgesamt waren 2007 72% aller Gefahrguttransporte Beförderungen der Gefahrklasse 3. Der Anteil dieser Gefahrklasse am gesamten Gefahrgutaufkommen lag für die Seeschifffahrt (84%) beziehungsweise Binnenschifffahrt (77%) höher als für die Straße (68%) und den Eisenbahngüterverkehr (61%). Weitere bedeutende Gefahrklassen waren ätzende Stoffe (Gefahrklasse 8) und Gase (Gefahrklasse 2), auf die 8% beziehungsweise 6% der gesamten Gefahrguttransporte auf Straßen, Schienen und Wasserwegen entfielen.

Gegenstand der Nachweisung

Einheit

2007

2006

Veränderung
in %

1) Deutsche und ausländische EU--Europäische Union-Lastkraftwagen; ohne Durchgangsverkehr, Kabotage und Dreiländerverkehre.

Beförderungsmenge

1 000 Tonnen

351 616

351 692

– 0,0

davon:

 

 

 

 

  Eisenbahn

1 000 Tonnen

57 369

57 828

– 0,8

  Binnenschifffahrt

1 000 Tonnen

51 437

51 076

0,7

  Seeschifffahrt

1 000 Tonnen

73 949

75 733

– 2,4

  Straßenverkehr 1)

1 000 Tonnen

168 861

167 055

1,1

Beförderungsleistung im Inland

Millionen Tonnenkilometer

50 231

52 433

– 4,2

davon:

 

 

 

 

  Eisenbahn

Millionen Tonnenkilometer

14 837

15 608

– 4,9

  Binnenschifffahrt

Millionen Tonnenkilometer

12 574

13 539

– 7,1

  Straßenverkehr 1)

Millionen Tonnenkilometer

22 820

23 286

– 2,0

1) Deutsche und ausländische EU--Europäische Union-Lastkraftwagen; ohne Durchgangsverkehr, Kabotage und Dreiländerverkehre

       

Erklärung zum Bau des Brennerbasistunnels
Tiefensee: Straßen entlasten - Schienenverkehr über die Alpen stärken

Berlin/Duisburg, 18. Mai 2009 - Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee hat sich heute in Rom für
den zügigen Ausbau der europäischen Schienenverbindung Nr. 1 über die Alpen mit dem zentralen Brennerbasistunnel ausgesprochen. Gemeinsam mit seinen Amtskollegen aus Italien und Österreich sowie Vertretern der beteiligten Regionen unterzeichnete Tiefensee eine Erklärung, den Verkehr über den Brenner deutlich zu verbessern. Der gemeinsamen Erklärung ist ein neuer "Aktionsplan Brenner" beigefügt. Er enthält 50 konkrete Projekte zur Verbesserung des Schienenverkehrs zwischen
München und Verona.
Tiefensee: "Mit dem 56 Kilometer langen Brennerbasistunnel werden wir einen zentralen Engpass im zunehmenden Verkehr über die Alpen beseitigen. Der Tunnel ist ein wichtiger Schlüssel,  um den Gütertransport über die Alpen verstärkt auf die Schiene zu verlagern. Das schont die Umwelt und entlastet die Anwohner. Deutschland wird seine wichtigste Zulaufstrecke von München über Rosenheim, Kiefersfelden bis zur österreichischen Grenze, aber auch andere Schienenwege, rechtzeitig ausbauen. Der Bedarf wird zurzeit ermittelt. Auf deutscher Seite wird kein Engpass entstehen, wenn der Brennerbasistunnel  voraussichtlich im Jahr 2022 eröffnet wird."   
Die Verbindung über den Brenner ist Teil der europäischen Schienenverbindung Nr. 1 "Berlin - Brenner - Palermo".

100 Millionen Euro zusätzlich durch Konjunkturprogramme
Tiefensee: Rekordinvestitionen für Lärmschutz an Bahnstrecken

Berlin/Duisburg, 27. April 2009 - "Mit Schienendämpfern, niedrigen Schallschutzwänden und
weiteren Maßnahmen direkt am Gleis rücken wir Lärm und Erschütterungen an Bahnstrecken zuleibe. In den Konjunkturprogrammen der Bundesregierung sind dafür 100 Millionen Euro zusätzlich für die Jahre 2009 und 2010 vorgesehen", so Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee.

Zusammen mit seinem rheinland-pfälzischen Amtskollegen Hendrik Hering startet er heute zwischen Bingen-Gaulsheim und Gau-Algesheim das bundesweit erste Pilotprojekt.

Tiefensee: "Die Anwohner müssen so gut wie möglich vor dem nervtötenden Lärm geschützt werden. Dafür entwickeln wir völlig neue und effiziente Methoden. Mit dem Bau gedämpfter Schienen und neuartiger Schutzwände erreichen wir jetzt eine neue Qualität beim Lärmschutz. In einem ersten Schritt werden im Mittelrheintal auf einer Gesamtlänge von 26 Kilometern über 40.000 Schienendämpfer eingebaut. Insgesamt starten wir mit den Konjunkturprogrammen der Bundesregierung bis Ende 2010 bundesweit mehr als 40 Projekte mit schalldämpfender Wirkung.
Besonders an Brücken und in hoch belasteten Städten werden wir damit Lärm und Erschütterungen spürbar verringern. Neben den 100 Millionen Euro aus den Konjunkturprogrammen stellt mein
Haus pro Jahr weitere 100 Millionen Euro zur Verfügung. Die Investitionen für den Lärmschutz an den Bahnstrecken steigen damit auf Rekordhöhe."

Große Koalition gegen Bahnlärm - Demo im Rheintal
Güterzugbetrieb bedroht Anwohner

Kommentar
Lärm und Erschütterungen: Bedrohlicher Güterzugbetrieb

Zu schwer, zu schnell zu schädlich
Das grundsätzliche Probleme mit Lärm, Erschütterungen und Gesundheitsbelastungen von 16 Millionen an Schienenstrecken der Bahn leben müssenden Bürgern wird dem Wirtschaftsfaktor ausgeliefert. Die Grundgesetzformulierung zum "Wohl der Allgemeinheit " wird in den oben genannten Belastungen zugunsten des Unternehmens eingestuft. Allein die eklatante Diskrepanz zwischen Lärmvorsorge und Lärmsanierung reicht hier, um dem Bürger drastisch vor Augen zu halten, was machbar ist. Solange nicht das Verursacherprinzip wirklich juristische Geltung erhält, bleibt alles wie es ist. Da helfen auch Erhöhungen der Fördergelder des Bundes zur Lärmsanierung nicht wirklich.
Als eine "Beinah-Verhöhnung" muss es gesehen werden, wenn beim passiven Lärmschutz der betroffenen Anwohner von Güterzugstrecken 25 Prozent der Kosten zu tragen haben. Es findet ja nach Ansicht der Förderers eine Wertsteigerung der Immobilie statt. Das dies in 99 Prozent der Fälle lediglich eine Minimum-Linderung darstellt ist bei der Politik nicht angekommen. Die Passiv-Lärmschutzregel förderte auch eine Zwei-Klassengesellschaft zutage (BImschG - vor 1974 gebaute Immobilien erhalten passiven Lärmschutz, danach nicht) sagt schon alles.

Die Lippenbekenntnisse der Lokalpolitiker dem Bürger zur Seite zu stehen sind nett, aber im Bundestag zeigt sich dann, was Fraktions- oder Koalitionszwang in der Realität bedeuten.

Wenn die Gesetzgebung es vorsieht, dass sich die Bahn AG für ihre Strecken in der Regel auf die Rechtsfolgen einer Planfeststellung (§75 Abs. 2 Verwaltungsverfahrensgesetz) berufen kann, weiß der Bürger, was ihm blüht. Und Politiker verschanzen sich gern hinter diesem Verfahren.

Den betroffenen Anwohnern solcher Strecken mit Ungetümen, die einige tausend Tonnen Materialien transportieren geht es heutzutage darum, dass er sich vom Transportmittel Bahn bedroht fühlt. Die Bedingungen in einigen Rheintälern haben zusätzliche "Spannungselemente", die keiner wirklich weiter ausmalen möchte. Fest steht, dass der Güterzugbetrieb den Bürger tatsächlich bedroht.

Die Erschütterungen mit bestimmten Geschwindigkeiten haben den Charakter von seismologischen Ereignissen, haben erhebliche Auswirkungen auf Gebäude und Gesundheit. Wenn Dachziegel fallen, Risse in den Mauern festzustellen sind oder Vitrinen brechen sind das keinen Dinge mehr, die man verniedlichen kann.
Wer da aus der Politik wie Bundesminister Tiefensee die Erwatungshaltung hat, dass der Bürger das Transportmittel Bahn doch bitteschön akzeptieren müsse, der hat keine Ahnung wie der betroffene Bürger empfindet, was er real dauerhaft zu erleiden hat.

Wer aus diesen Ministerium schreibt, dass beispielsweise eine Grundschule, die an einer enorm frequentierten Güterzugstrecke liegt, nicht schutzbedürftig ist, da die Schulräume ja nicht 24 Stunden genutzt werden, der muss sich wahrlich nicht wundern, wenn er beim Säen von Wind Sturm erntet. Die Hilferufe der Schule wurden übrigens immer noch nicht erhört, da DB-Projektbau in Köln z.B. angeblich andere Prioritäten setzen muss. Soweit dazu.

Klare Aussage hierzu: Wer nicht alles unternimmt um die Bevölkerung vor gesundheitlichen und materiellen Schaden vollumfänglich zu schützen, wer der Planfeststellung höhere Priorität einräumt als den Schutz der Bevölkerung, der muss sich Versagen vorwerfen lassen. Dies betrifft Bundespolitiker sowie die nachrangige Behörde des Bundesverkehrsministerium Eisenbahnbundesamt. Sie haben im Sinne der gesundheitlich und materiell Geschädigten versagt. Und wir sprechen hier nicht von einigen wenigen. Aussagen von Ministeriums-Angehörigen wie "Wer in die Nähe von Bahnlinien oder Flughäfen zieht ist doch selbst schuld, hatte wohl nur den günstigeren Kauf im Sinn," sagen fast alles. Dies als Argumente gegen Betroffene in Ballungsräumen zu nutzen ist schon herbe.

Auch wenn im Logistikbereich derzeit aufgrund der Weltwirtschaftkrise eine Delle verzeichnen muss, ändert dies nichts an den bestehenden Fakten.

Es wird hier nicht der sagenhafte Rettungsschirm für Banken oder die verabschiedeten Konjunkturpakte zitiert, die Geschädigten wollen mit einem Minimum an Einschränkungen (Geschwindigkeitsreduzierung z.B., auch wenn DB-Netz wegen der bundesweiten Vertaktung so etwas grundsätzlich ablehnt) an den Güterzugstrecken eine erträgliche Lebensbedingung, auf jeden Fall aber den Mindestanspruch auf Unversehrtheit und gesundes Leben umgesetzt wissen. Harald Jeschke

Bahngüterverkehr: + 2,8% im Gesamtjahr 2008, aber Rückgang zum Jahresende

Duisburg, 26. März 2009 -Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, transportierten die Eisenbahn­unternehmen auf dem deutschen Schienennetz im Jahr 2008 mit insgesamt 371,3 Millionen Tonnen 2,8% mehr Güter als im Vorjahr. Allerdings verringerte sich das Wachstum ? nach Zuwächsen von über 5% im ersten Halbjahr ? im dritten Quartal auf 3,8%, im vierten Quartal (? 0,6%) wurde das Vorjahresergebnis nicht erreicht. Im Dezember 2008 wurde ein Rückgang von 4,8% errechnet.

Anstieg des Güterverkehrs auch im Jahr 2008

Duisburg, 13. Januar 2009 - Der Güterverkehr in Deutschland ist im Jahr 2008 weiter gewachsen, allerdings hat sich die Entwicklung zum Jahresende hin abgeschwächt. Das Statistische Bundes­amt (Destatis) rechnet für das Jahr 2008 auf der Grundlage der bisher vorliegenden Monatseckzahlen mit folgenden Ergebnissen: Das Transportaufkommen aller Verkehrszweige gemessen in Tonnen ist im Jahr 2008 voraussichtlich um 2,3% gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

Zu diesem Wachstum trugen alle Verkehrszweige außer der Binnenschifffahrt bei. Geringer, nämlich um 1,3%, wuchs die im Inland erbrachte tonnenkilometrische Leistung der Verkehrsträger Straße, Eisenbahn, Binnenschiff und Rohrleitungen, die als Produkt aus Transportaufkommen und Versandweite berechnet wird. Hier verzeichneten der Straßengüter- und der Eisenbahnverkehr Zunahmen, während die Binnenschifffahrt sowie die Rohrleitungen Rückgänge hinnehmen mussten.